Winkerlinger Chronik

Winkerling ist mit einer der ältesten Ortsteile der ehemaligen Gemeinde Ibenthann und zusammen mit Roding und dem Gehöft Sauforst ein Stammort der jetzigen Stadt Maxhütte-Haidhof.

Bereits im Jahre 1421 wurde es urkundlich als "Winkhl" erwähnt und gehörte zum "Neuburgischen Fürstentum Bayern".

Zins und Lehen waren an die Kirche in Leonberg zu entrichten.

Das Sal und Zinsbuch von 1621 und 1790 nennt in Winkhl folgende Hausbesitzer:

Hs.Nr. 1       beim Zenger - Jakob Dechant, jetzt Wittmann
Hs.Nr. 2       beim Feichtn - Hans Sußbauer, jetzt Igl
Hs.Nr. 3       beim alten Gauglbauern - Hans Pfann, jetzt Forster
Hs.Nr. 3 1/2 beim Gauglbauern - Xaver Hirsch, wurde 1960 abgebrochen
Hs.Nr. 4       beim Adam - Georg Schwarz, jetzt Schoierer
Hs.Nr. 5       Georg Stringl - Ortsgemeindehaus - seit "unfürdünklicher Zeit
                     Eigentum der Ortsgemeinde Winkerling

Hieran hatten:

Hs.Nr. 1 + 4:        je 1    Nutzanteil
Hs.Nr. 2:                  1/2 Nutzanteil
Hs.Nr. 3 + 3 1/2:  je 1/4 Nutzanteil

Dieses so genannte "Hirtshaus" wurde jedoch später abgebrochen.

In dieser Zeit gehörte der Ortsgemeinde auch ein "Gemeindeangerl" mit Wasserhülle. Hier bestand eine Bierwirtschaft Dallhammer, die 1889 einging.

Am Anger wurde auch 1882 das erste Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr gebaut. Die Erweiterung des Fachwerkgebäudes erfolgte im Jahr 1929. Neben den Gerätschaften für die Feuerwehr und einer Wohnung im Obergeschoß, wurde auch Platz für die Unterbringung des "Leichenwagens" geschaffen. Mit diesem, von Pferden gezogenen schwarzen Kutschenwagen wurden die Verstorbenen feierlich zum Friedhof nach Leonberg begleitet. Nachdem sich die Aufgaben der Stützpunktfeuerwehr immer umfangreicher und vielfältiger gestalten, war 1956 der Neubau des jetzigen Feuerwehrhauses dringend notwendig.

Seit nunmehr 75 Jahren steht die Marien-Kapelle auf ihrem Platz am südlichen Ortsausgang. Ursprünglich gebaut von den Besitzern des Hauses Nummer 1 auf der Westseite des Anwesens an der Durchgangsstraße. Sie war deshalb 1928 der Verbreiterung der Straße nach Steinhof und der Verlegung der Wasserleitung im Wege. Die Familie Wittmann machte die Grundabtretung für diese Maßnahme davon abhängig, dass die Kapelle am jetzigen Standort auf Kosten der Gemeinde Ibenthann wieder errichtet wird. Im Gegenzug verpflichteten sich die Eheleute Wittmann für sich und ihre Rechtsnachfolger, die Kapelle "auf ihrem Platz zu belassen, für den Unterhalt zu sorgen und sie zu religiösen Zwecken den Bewohnern von Winkerling und Umgebung frei zu halten". Seitdem finden regelmäßig Maiandachten statt und sie ist den Winkerlingern ans Herz gewachsen.

Als 1853 das Eisenwerk, und 1898 die Oberpfälzer Braunkohle-Gesellschaft gegründet wurden, bedeutete dies für Winkerling eine Vergrößerung durch die Nähe zu den Arbeitsplätzen. Im Jahre 1905 war es mit 90 Einwohnern nach Maxhütte mit 418 die zweitgrößte Ansiedlung der Gemeinde.

So erwarb 1913 der aus Amerika zurückgekehrte Michael Hirsch ein Grundstück und eröffnete im neugebauten Wohnhaus eine florierende Bierwirtschaft. Mit dem Saalbau im Jahr 1929 wurde sie komplett. Seitdem trifft man sich dort zum Feiern. Sie ist bis heute als "Michl´s Landgasthof" das Vereinslokal der örtlichen Vereine.

Alles was nicht selbst erzeugt und angebaut wurde, konnte man sich ab 1925 im Gemischtwarenladen der Eheleute Xaver und Barbara Gietl besorgen. Zum "Gierl" ging man nicht nur zum Einkaufen. Es war auch ein Ort der Kommunikation. Die Leute vom "unteren" trafen die vom "oberen" Dorf und tauschten Neuigkeiten und Wissenswertes aus. Nach dem Tod von Barbara Gietl 1989 wurde der Laden leider geschlossen.

Zu einem richtigen Dorf gehörte auch ein guter Bäcker. Josef Nübler war einer und so baute er mit seiner Frau Barbara 1930 neben der Backstube einen kleinen Laden. Bis 1960 konnte man das Bauernbrot und andere Spezialitäten vom"Scherer-Bäcker" im ganzen Gemeindegebiet kaufen. Er hatte schon damals, Dank eines Spezialrades und seines Bruders "Wastl" den Lieferservice für die umliegenden Orte eingeführt. Die Stammkunden kamen sogar bis aus Regensburg.

Ludwig Kerres sen. erweiterte die kleine Wagner-Werkstatt, die er seit 1936 mit seinem Vater betrieb, zu einer Schreinerei. Später kam auch noch eine Verzinkerei dazu. 1966 veräusserte er den Betrieb samt Wohnhaus an die Südeisen-Bau. Diese wollten Expandieren und kauften die Grundstücke der angrenzenden Nachbarn auf. Im Dotzler-Haus, dem westlichen Angrenzer, war bis zu seinem plötzlichen Tod 1951 ein Schmied ansässig, welcher die Wagenräder der Bauern aufzog und auch sonst alle anfallenden Arbeiten dieser speziellen Art gerne und voll Engagement erledigte. Heute gehört alles zum Betriebsgelände der Firma "Türen- und Torbau Schmid".

Ein Unikum und wahrscheinlich nicht oft zu finden, waren lange Zeit die verschiedenen Zugehörigkeiten für Winkerling:

1. Gemeinde Maxhütte als Gemeinde und Standesamt
2. Pfarrei Leonberg für alle kirchlichen Angelegenheiten
3. Post Ponholz

Dies ist alles Vergangenheit.

Um die Jahrhundertwende veräusserte der Besitzer von Haus Nummer 1 einen kleinen Teil seines Grundes. Der Käufer rodete den Wald und errichtete dort ein Wohnhaus, welches zu Winkerling gehörte. Ein späterer Nachkomme beantragte die Einöde nach seinem Namen Roßberger -"Roßbergeröd"- zu nennen. So war der erste Schritt für einen weiteren Ortsteil gemacht. Aufgrund der momentan regen Bautätigkeit zwischen den beiden Orten werden sie sicher in einigen Jahren zu einer Einheit verschmolzen sein.
Frauengruppe
Nachdem unsere Wehr viele Jahre ohne Frauen tätig wahr, traten 1992 die ersten Damen als passive Mitglieder bei. Sie waren eine große Stütze bei unseren Festen (Dorffest, Starkbierfest und Weinfest).

Bereits ein Jahr später konnten wir etliche Damen für den aktiven Dienst der Feuerwehr gewinnen. Thea Dürr und Andrea Hirsch waren die ersten Damen die das Leistungsabzeichen "Die Gruppe im Löscheinsatz" erfolgreich mit der Stufe I (Bronze) ablegten. Mit Inge Kick, Monika Dechant, Regina Köppl-Huml und Sabine Fischer zeigten unsere Damen "Frauenpower" und stellten sich den Anforderungen an schweren Gerätschaften und legten dabei erfolgreich das erste Leistungsabzeichen "Die Gruppe im technischen Hilfeleistungseinsatz" ab.

Unsere Stützpunktfeuerwehr stellt mit Inge Kick auch die Frauenbeauftragte im Kreisbrandmeisterbezirk SAD 2/4. Dadurch konnten wir an mehreren Fortblidungen teilnehmen. Ebenso fand ein interessanter Besuch der Staatlichen Feuerwehrschule Regensburg statt. Die Brandschutzerziehung in Schulen und Kindergärten wurden von Inge Kick und Regina Köppl-Huml übernommen.

Dank unserer Frauen konnten viele Aufgaben und Anforderungen erfüllt werden.
Jugendfeuerwehr
In den Mitgliederbewegungen der Protokollbücher der FFW Maxhütte–Winkerling sind im Jahre 1972 erstmals zwei Jugendliche als Feuerwehranwärter erwähnt. In diesem Jahr berichtet KBM Heinrich Merl bei der letzten Kommandanten-Versammlung des Landkreises Burglengenfeld vom Ablegen des Jugend-Leitungsabzeichens: Dieses kann im Alter von 14 bis 18 Jahren erworben werden.

Bereits ein Jahr später, also 1973 schreibt die FFW Maxhütte–Winkerling Geschichte! Es kommen weitere acht Jugendliche zur Wehr und der damalige Kommandant Heribert Eichhammer gründet noch im Frühjahr diesen Jahres die erste Jugendgruppe im gesamten Stadtgebiet von Maxhütte–Haidhof. Zuvor gab es nur die Unterscheidung: aktives Mitglied (Alter: 18 bis 60 Jahren) und die Bezeichnung passives Mitglied.

Die Erste Jugendgruppe bestand aus den folgenden Mitgliedern:

1. Kandlbinder Max aus Birkenzell,
2. Huml Wolfgang aus Roßbergeröd,
3. Rauch Michael aus Birkenzell,
4. Gröninger Horst aus Winkerling,
5. Wittmann Horst aus Winkerling,
6. Wittmann Eduart aus Winkerling,
7. Forster Albert aus Winkerling und
8. Röckl Johann aus Winkerling


Bereits im August 1973 wurde im Verwaltungsrat der Antrag bei der Stadt gestellt, Binder und Schiffchen für die frisch gegründete Jugendgruppe anzuschaffen.

Noch in diesem Jahr nahm die Jugendgruppe an der damaligen Feuer-Schutzwoche (seit 1974 bekannt als Brandschutzwoche) und am Wissenstest, der damals vom Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz herausgegeben wurde, mit Erfolg teil. Des weiteren wurden sechs Jugendübungen und zwei Unterrichte durch Kommandant Heribert Eichhammer, Gruppenführer Johann Dickert und Maschinist Franz Schoierer für diese erste Jugendgruppe abgehalten. Zum krönenden Jahresabschluss hatte man vier weitere Neuaufnahmen: Hirsch Walter, Mache Franz, Pretzel Andreas, (Winkerling) und Kalbeck Willi (Holzwiese).

Durch diese weiteren Neuaufnahmen wurde am 20.10.1974 erneut das Jugendleistungsabzeichen mit Erfolg abgelegt.

Das Jahr 1974 ist wiederum ein bedeutsames Jahr für die Geschichte unserer Wehr, denn Kommandant Eichhammer ernannte den GF Johann Dickert zum Jugendwart. Dickert ist der erster Jugendwart der Stadt Maxhütte–Haidhof und folglich der erste, der in der Landesfeuerwehrschule Lappersdorf den Lehrgang für Jugendwart ablegte.

Johann Dickert sollte noch lange erfolgreich als Jugendwart bei der FFW Maxhütte-Winkerling fungieren. Beispielsweise legte erstmals eine Jugendgruppe das Leistungsabzeichen "Wasser" in Bronze am 19.09.1976 ab.

Dieser Gruppe folgte dann 1977 eine weitere aus Roding, die ebenfalls mit Erfolg das Leistungsabzeichen in Bronze erlangte.

Einen Umschwung erlebte die Stützpunktfeuerwehr der Stadt Maxhütte–Haidhof, als das Jubiläumsjahr 1980 mit dem 100-jähigen Gründungsfest und dem scheidenden ersten Jugendwart Johann Dickert zu Ende ging.

Neuer Jugendwart wurde Ludwig Dickert aus Winkerling, der später noch Zugführer und 2. Kommandant werden sollte. Ludwig Dickert gründete in den Jahren 1980/1981 eine weitere Jugendgruppe. In seinem Bericht zur Jahreshauptversammlung von 1992 ist zu lesen, dass des weiteren im Jahre 1991 zwei Jugendliche und 1992 acht Jugendliche in der Wehr neu aufgenommen werden konnten. Er stellte auch den ersten Antrag, dass es nun an der Zeit sei, die notwendigen neuen Jugendschutzanzüge und Uniformen für die Jugend zu beschaffen. Da Dickert zu dieser Zeit auch Vorstand des örtlichen BV „Stolze Eiche“ Winkerling war (sieben Jahre) gewann er viele Burschen für Jugendgruppe der Feuerwehr, welche z.T. heute noch aktiv sind. Diese Verbundenheit beider Vereine hat schon eine lange Tradition in Winkerling.

Als Werner Hirsch mit 19 Jahren Nachfolger wurde, gründete dieser wiederum eine starke Jugendgruppe, die ebenfalls, wie auch alle vorherigen Jugendgruppen, die Bayerische Jugendleistungsspange (Jugendleistungsprüfung) mit Erfolg ablegten. Selbstverständlich nahmen sie auch an den Wissenstesten teil. Hirsch war zu dieser Zeit ebenfalls Burschenvorstand (drei Jahre). Mit Einberufung in die Bundeswehr schied Werner Hirsch aus und Thea Dürr aus Roßbergeröd übernahm als erste Jugendwartin im Bereich der vier Ortsfeuerwehren und unserer Stützpunktfeuerwehr die Jugendarbeit.

Höhepunkt war die Teilnahme am Schlauchmarathon, der uns einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde sicherte. Wir sind also zum ersten mal Weltrekordler !

Wegen ihrer, leider viel zu früh, eintretenden Krankheit, musste unsere Thea schnell aus dem aktiven Dienst und der Jugendarbeit in unserer Feuerwehr ausscheiden.

Es dauerte nicht lange, bis sich im Sommer 2002 eine neue Jugendgruppe unter Christoph Spörl formierte. Diese legte gleich im Folgejahr abermals die Bayerische Jugendleistungsspange und den Wissenstest, der 2003 in unserem Gerätehaus abgehalten werden konnte, mit Erfolg ab. Es war auch das erste mal, dass die Jugendgruppe der FFW Pirkensee mit an der Ausbildung teilnahm. Das die Wehr aus Pirkensee beim 125-jährigen Gründungsfest Patenverein war, hat man am Beispiel der Jugendarbeit gesehen, wie Kameradschaft und Freundschaft zwischen den einzelnen Feuerwehren gepflegt werden kann.

Das Jahr 2004 sollte ein sehr abwechslungsreiches Jahr mit einigen Höhepunkten werden. Im Januar galt es zunächst einen Jugendwartsprecher für den Kreisbrandmeisterbezirk SAD Land 2/4 zu finden. Schließlich wurde in Anwesenheit und der Zustimmung aller Jugendwarte Christoph Spörl zum neuen Jugendwartsprecher vom Kreisbrandmeister Thomas Schmidt ernannt. Durch dieses Amt erhalten nicht nur unsere Jugendlichen Einblicke in die Jugendarbeit der Nachbarwehren. Heuer waren wir auch beim Kreisjugendzeltlager der Landkreisfeuerwehren, das in Nittenau aufgeschlagen wurde. Doch dies sollte nicht allein der Jahreshöhepunkt sein. Denn am 07. August schrieb die Jugendfeuerwehr erneut Geschichte. Wir nahmen am Weltrekordversuch „The Big Wall“ in Kallmünz teil, das von den Oberpfalzfeuerwehren unterstützt wurde. 88 Pumpen und 880 Strahlrohre bedeuteten dann Weltrekord Nr. 2 für die Jugendgruppe unserer Stützpunktfeuerwehr! Im September folgte ein weiterer Höhepunkt. Erstmals findet eine sogenannte Jugendfunkübung in unserem Kreisbrandmeisterbezirk statt. Vom Jugendwartsprecher Christoph Spörl ins Leben gerufen und von unserem Gruppenführer Markus Schindler organisiert, nehmen die Feuerwehren aus dem Städtedreieck erstmals an einer solchen Großübung für Jugendliche teil. Passender zum Abschluss des Berichtes kann der Wahlspruch der diesjährigen Aktionswoche nicht sein:

„Wir machen uns fit für morgen – komm und mach mit!“

Die Jugendwarte / Jugendwartin im Überblick:

1973 - 1980: Johann Dickert
1981 - 1996: Ludwig Dickert
1997 - 1999: Werner Hirsch
2000 - 2001: Thea Dürr
2001 - 2010: Christoph Spörl
2010 - 2014: Sebastian Winkler
seit 2014:     Tobias Sebast